SEEG feiert am Kalkberg Richtfest

Der Neubau der SEEG an der Zaschendorfer Straße soll im Herbst 2019 bezugsfertig sein Foto: Grau

Meißens kommunales Wohnungsunternehmen errichtet an der Zaschendorfer Straße seinen bislang größten Neubau. Die ersten Mieter sollen im Herbst einziehen.

Vor drei Jahren begannen die Planungen für den Neubau an der Ecke Zaschendorfer Straße/Kalkberg. „Damals haben wir uns gefragt: Machen wir das Richtige oder nicht?“, erinnert sich Birgit Richter, Geschäftsführerin von Meißens städtischer Wohnungsgesellschaft SEEG. Man entschied sich für den Bau: Im Frühling 2018 war Grundsteinlegung. Im nasskalten Januar 2019 wurde nun Richtfest gefeiert und Birgit Richter ist sich sicher: „Wir machen das Richtige.“

Denn die Wohnungen in den zwei Gebäuderiegeln sind schon vor der Fertigstellung gefragt: 22 können voraussichtlich im Spätherbst bezogen werden. Schon jetzt haben sich dafür 30 Interessenten vormerken lassen. Offenbar geht die Neubau-Strategie der SEEG auch beim jüngsten und bislang größten Projekt auf.

Nach Jahren, in denen das kommunale Unternehmen leergezogene Häuser abreißen ließ, ging es bei seinen Neubau-Vorhaben Schritt für Schritt vor. Als die Sanierung einer Villa in der Siebeneichener Straße anstand, wurden im Garten Reihenhäuser errichtet und umgehend vermietet. Auf dem Kalkberg folgte der nächste SEEG-Neubau mit Mietwohnungen: Auch hier waren die Apartments schnell vergeben. Der Bau an der Zaschendorfer Straße ist nun noch um einiges größer und teurer: Knapp sechs Millionen Euro investiert die SEEG in die zwei Wohngebäude, die durch eine Tiefgarage verbunden sind.

Dass die SEEG-Neubauten beliebt sind, liege an den Wohnungen, die man dort anbiete, sagt Geschäftsführerin Birgit Richter: „Wir schaffen dort, was wir bislang noch nicht in unserem Bestand haben.“ Im Falle des Projekts an der Zaschendorfer Straße sind das vor allem große, für Familien geeignete Wohnungen. Es entstehen unter anderem acht Drei-Raum- und fünf Vier-Raum-Wohnungen. Meißen hat Zuzug, junge Familien entdecken die Stadt für sich. Diese Klientel kann nun auch bei der SEEG Wohnungen finden.

Die Entwürfe für den Neubau an der Zaschendorfer Straße stammen vom Radebeuler Architekturbüro „aT2“. Die Funktionsräume der Wohnungen liegen nach Norden ausgerichtet an der stärker befahrenen Zaschendorfer Straße, die Wohnräume südlich ausgerichtet am Innenhof beziehungsweise zum Kalkberg. Die beiden Gebäudeteile werden nach aktuellen energetischen Standards errichtet, der Hof dazwischen begrünt. Die Tiefgarage wird mit Ladesäulen für Elektroautos ausgestattet. Die Lage des Hauses ermögliche es aber auch, auf den eigenen Pkw zu verzichten, sagt Birgit Richter. Vor der Tür hält der Stadtbus, in Laufweite liegen Supermärkte, Arztpraxen, Apotheken und S-Bahnhof. „Das gehört zu den Vorteilen, wenn man nicht auf der grünen Wiese baut, sondern in der Stadt.“

Gute Lage und Ausstattung haben ihren Preis. Die Mieten in dem Neubau werden über dem Meißner Durchschnitt liegen. Dennoch weist die SEEG-Geschäftsführerin den Vorwurf zurück, ihr kommunales Unternehmen investiere nur noch in „Luxusbauten“. Die Neubauten würden gut angenommen und trügen damit zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung der SEEG bei. Die Kosten für das Projekt an der Zaschendorfer Straße machten 2019 etwa 30 Prozent der Investitionsetats der SEEG aus. Die übrigen 70 Prozent würden jedoch für die Pflege des bereits existierenden Immobilienbestands ausgegeben. „In diesem Jahr fließen zum Beispiel gut zwei Millionen Euro in die Instandhaltung und 3,4 Millionen Euro in Modernisierungen.“