Puzzlespiel mit vielen Teilen und hohen Kosten

Die großen Bauvorhaben an zwei Meißner Grundschulen starten mit Problemen. Es gibt Verzögerungen und Kostensteigerungen. Auch beim Schülerverkehr sind viele Fragen offen.

Aufs engste miteinander verbunden seien die beiden großen Schulbauvorhaben, die derzeit in Meißen anstehen. Das sagt Bürgermeister Markus Renner, in dessen Zuständigkeitsbereich sowohl die Sanierung der Questenberg-Grundschule als auch der Bau einer neuen Grundschule nahe der Niederauer Straße fallen. Der Start für beide Projekte ist holprig. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die Sanierung der Questenbergschule erst Monate später als geplant beginnen kann. Grund sind Verzögerungen beim Bau der künftigen vierten Meißner Grundschule nahe der Niederauer Straße, die als Auslagerungsstandort dienen soll. Außerdem wird dieses Schulhaus deutlich teurer, als ursprünglich avisiert. Hinzu kommt, dass offenbar nicht alle Eltern der Questenberg-Schüler mit der Auslagerung auf die andere Elbseite einverstanden sind.

Immerhin werden die Planungen für den neuen rechtselbischen Schulstandort konkreter. Wie Ronny Moll vom städtischen Bauamt berichtet, sei nun die genaue Lage von Schulhaus und Turnhalle im Gebiet Niederauer Straße festgelegt. Die künftige Schule werde in Modulbauweise errichtet: Geplant sei ein dreistöckiger Bau.

Das neue Schulhaus in der Nassau soll 4,6 Millionen Euro kosten. Erst vor wenigen Wochen hatte Meißens Stadtrat einen Nachschlag von 1,3 Millionen Euro für das Projekt beschlossen. Für die Turnhalle zur Schule werden zusätzlich 1,6 Millionen Euro fällig. Mit diesen Summen gedenke man aber auszukommen, sagt Bürgermeister Markus Renner. Ob das gelingt, hänge von den Baupreisen ab – die zuletzt aber nur eine Richtung kannten: nach oben.

Den Schulneubau in der Nassau plant die Stadt bislang komplett ohne Fördermittel. Man werde sich aber um Förderung für das Vorhaben bemühen, sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke. „Wir wollen uns damit für das Freistaats-Förderprogramm zum Schulhausbau bewerben. Die Signale, dass wir aufgenommen werden, sind positiv.“ Die Stadt würde dann 40 Prozent der Baukosten erstattet bekommen.

Auch für den Bau der neuen Sporthalle an der Schule will die Stadt Förderung. Die Halle soll nach Schulschluss auch Meißner Vereinen fürs Training zur Verfügung stehen. Das macht die Aufnahme ins Sportförderprogramm möglich, mit dem bis zu 50 Prozent der Kosten erstattet werden. Alternativ könne man sich mit der Halle auch um Schulhausbau-Förderung bewerben, so der OB. Dann wären auch hier 40 Prozent Kostenerstattung möglich.

Ob es eine solche auch für die Familien der Questenberg-Schüler gibt, die ab 2019 für mehrere Jahre an der Niederauer Straße unterrichtet werden sollen, ist offen. Zusammen mit dem Landkreis organisiert die Stadt den Schülerverkehr zum Ausweichquartier. Doch für die Schülerbeförderung verlangt der Kreis laut Satzung von den Eltern eine finanzielle Beteiligung. „Wir werden klären, wie die Stadt die Eltern in der Frage der Schülerbeförderung unterstützen kann“, sagt Familienamtsleiterin Daniela Neubert. Noch ist aber nichts spruchreif.

Ebenso wenig wie die Termine des Baubeginns in der Nassau und nachfolgend auf dem Questenberg. 2019 soll das neue rechtselbische Schulhaus fertig sein: ob im Frühling oder erst nach dem Sommer, ist offen. Der Schul-Umzug von links nach rechts der Elbe kann erst danach stattfinden.

Das eigentliche Ziel wird erst in einigen Jahren erreicht sein: neue Strukturen bei den Meißner Grundschulen.  Mit vier solcher Einrichtungen sieht sich die Stadt langfristig auch angesichts steigender Kinderzahlen gut für die Zukunft gerüstet. „Wir haben dann zwei Grundschulen links und zwei rechts der Elbe. Damit können wir erreichen, dass kein Grundschüler mehr über die Elbe zum Unterricht fahren muss“, sagt Bürgermeister Markus Renner. Spätestens mit dem Start des eigenständigen Betriebs von Grundschule Nummer 4 ist dafür aber eine Änderung der Meißner Schulbezirke notwendig.