Sparkasse ändert Gebühren für Girokonten

Die Sparkasse Meißen führt rund 130.000 Girokonten Foto: Archiv

Die Sparkasse Meißen hat ihr neues Modell für Kontoführungsgebühren vorgestellt. Für neue Girokonten gilt es ab März, für bestehende ab Mai.

Die Sparkasse Meißen führt ein neues Gebührenmodell für ihre Girokonten ein. Die veränderten Preise gelten für neu eingerichtete Konten ab März, für bestehende ab Mai. Die Kunden wählen sowohl bei den privaten als auch bei den gewerblichen Konten jeweils zwischen drei Modellen mit verschiedener Grundgebühr und Leistungsumfang.

„Wir haben unsere Kontomodelle damit komplett überarbeitet“, so Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Rolf Schlagloth. „Mit dem, was wir jetzt anbieten, sind wir aber eher Nachzügler.“ Andere Banken und Sparkassen hätten ihre Kontoführungsgebühren schon in den vergangenen Jahren neu gestaltet. „Wir hatten die letzte Änderung im Jahr 2014.“

Das Nutzungsverhalten bestimmt die Kosten, Aufträge am Bankschalter sind teurer als im Internet oder am Automaten vorgenommenen Transaktionen: Diesen Prinzipien folgte schon das bisherige Gebührenmodell der Sparkasse Meißen. Neu ist die Staffelung von Gebühren und Leistungsumfang in drei Konten-Varianten.

Bei den privaten Girokonten heißt die mit der geringsten Grundgebühr „aktives Konto“: Hier zahlen die Kunden im Monat einen Grundpreis von 1,99 Euro. Dafür sind die Übermittlung von TAN-Nummern für das Internetbanking und Bargeld am Automaten kostenfrei. Fast alle Buchungen, Automateneinzahlungen und Aufträge am Schalter kosten jedoch extra.

Für die mittlere Gebührenkategorie, das „clevere Konto“, zahlen Kunden monatlich 5,99 Euro Grundpreis, bekommen dafür aber neben TANs und Bargeld vom Automaten auch die Kontobuchungen ohne Extrakosten. Für das „exklusive Konto“ werden monatlich 9,99 Euro Grundpreis fällig. Dafür müssen dann aber auch Automateneinzahlungen und Aufträge am Schalter nicht mehr extra bezahlt werden. Außerdem bietet die Sparkasse Meißen Kunden der beiden teureren Modelle Rabatte, wenn sie mehrere Sparkassen-Produkte nutzen.

Je nach Nutzungsverhalten und Kontenwahl kann das neue Gebührenmodell die Kunden mehr kosten als das bisherige. Der Eindruck stimme, dass Serviceleistungen verteuert würden, bei denen Sparkassen-Mitarbeiter zum Einsatz kommen, sagt Vorstand Rolf Schlagloth. „Mitarbeiter sind ein teures, knappes Gut. Wir wollen unsere Mitarbeiter vor allem für spezialisierte Tätigkeiten einsetzen und nicht für das Ausfüllen von Überweisungsbelegen.“ Einfache Tätigkeiten der Kontoführung könnten die Kunden bequem selbst übernehmen. Die Sparkasse biete dafür verschiedenste technische Lösungen an.

Mit der Höhe der neuen Kontoführungsgebühren bewege sich die Sparkasse Meißen „im Durchschnitt des Marktes“, sagt Rolf Schlagloth. Man habe beim Entwurf des neuen Modells auch die Verbraucherzentrale zu Rate gezogen. Alle Kunden mit bestehenden Girokonten seien angeschrieben worden. „In den Briefen haben wir ihnen je nach bisherigem Nutzungsverhalten eines der neuen Kontomodelle vorgeschlagen.“ Wer damit einverstanden sei, brauche nichts zu tun und werde ab Mai auf die neuen Gebühren umgestellt. Wer lieber eine der anderen Varianten nutzen möchte, wende sich dafür an die Sparkasse. Generell kostenfrei blieben die „jungen Konten“ für Sparkassen-Kunden im Alter bis zu 24 Jahren.

Die Sparkasse Meißen führt derzeit rund 130.000 Girokonten. Bezogen auf die Einwohnerzahl des Landkreises Meißen erreicht sie damit einen Marktanteil von rund 60 Prozent. Aktuell hat die Sparkasse Meißen knapp 390 Mitarbeiter und unterhält 18 Geschäftsstellen, 16 Automatenstandorte und zehn Bargeld-Agenturen, in denen Kunden in Geschäften Geld abheben können. Im vergangenen Jahr hat die Sparkasse Meißen für ihre Kunden Einlagen von rund 2,3 Milliarden Euro und ein Kreditvolumen von insgesamt 1,1 Milliarden Euro betreut.