Neues Internetportal soll Meißens Handel helfen

Mathias Arzberger (li.) hat die neue Internetseite für den Meißner Handel entwickelt. Umgesetzt wurde sie unter anderem mit Unterstützung von Stadtmarketing-Chef Christian Friedel (hinten li.) und Wirtschaftsförderer Martin Schuster (hinten re.). Foto: Bahrmann

Mit städtischer Unterstützung geht eine neue Internetseite in Betrieb, auf der Meißner Händler für sich werben und Produkte anbieten. Hilft das der darbenden Einzelhandelsbranche?

Steckt der Handel in der Krise oder steht er vor neuen Chancen? Dazu gehen die Meinungen auseinander. Sichtbare Zeichen eines Wandels sind in Meißen wie andernorts leere Schaufenster. Läden werden aufgegeben, während der Internethandel Erfolge feiert. Ausgerechnet in diesen Zeiten eröffnet mit städtischer Unterstützung ein neues Online-Portal für Angebote von Meißner Händlern.

Gräbt man damit dem klassischen, stationären Handel endgültig das Wasser ab? Ganz und gar nicht, behauptet Oberbürgermeister Olaf Raschke. Im Gegenteil. „Es geht nicht um das Gegeneinander von stationärem und Online-Handel, sondern um das Miteinander“, sagt er, als das neue Internet-Handelsportal feierlich vorgestellt wird. Idealerweise laufe es nun so: Kunden, die im Internet nach Einkäufen stöbern, entdecken auf der Seite www.meissen.online Angebote von Meißner Händlern. Sie finden Beschreibungen von Produkten und der Läden, die sie verkaufen. Jetzt können sie sich entscheiden: Entweder bestellen sie die Ware gleich im Netz oder sie gehen ins Geschäft und entdecken dort vielleicht noch mehr Interessantes.

Damit die Kunden neugierig werden, stelle man die Meißner Geschäfte und ihre Inhaber auf persönliche Art und Weise vor, sagt Mathias Arzberger. Der Chef der Meißner „Digitalagentur Pdir“ hat das neue Internetportal entwickelt. „Wir wollen, dass auch die Meißner ihre Händler ein bisschen besser kennenlernen.“ 16 sind am Starttag des neuen Portals schon dabei. Auf der Seite www.meissen.online sieht man ansprechende Fotos von ihren Geschäften. Adressen und Öffnungszeiten werden genannt. Einige bieten bereits Produkte zum Kauf an. Die Kunden zahlen auf Rechnung oder per PayPal. 

Die Zahl der Teilnehmer werde noch wachsen, sagt Mathias Arzberger. Weitere Meißner Händler und Dienstleister hätten bereits ihr Interesse angemeldet. Alles in allem könnten bald 30 Firmen vertreten sein. „40 sind die erste Zielmarke“, so Arzberger. „Mit 80 läuft das Portal dann richtig gut.“ Bald sollen auch weitere Funktionen angeboten werden. Etwa die „Nachtlieferung“: Wer in der Meißner Region wohnt und bis 17.00 Uhr im Netz bestellt, bekommt die Waren noch am selben Abend bis 21.00 Uhr geliefert. „Wenn alles klappt, können wir diesen Service rechtzeitig zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft anbieten.“

Die Idee zu einem Onlineportal für den Meißner Handel sei bei den regelmäßigen Meißner Stadtmarketingstammtischen entwickelt worden, sagt Martin Schuster, der Wirtschaftsförderer der Stadtverwaltung. Etliche Händler hätten noch wenig Erfahrung mit dem Internet-Geschäft. „Mit einem zentralen Portal können wir ihnen da einen Einstieg bieten und für unsere Stadt werben.“ Mehrere Anbieter hätten sich um die Umsetzung beworben: einige davon aus größeren Städten, für die es bereits ähnliche Seiten gibt. „Wir wollten aber etwas Eigenes, Lokales und Persönliches.“ Dass ein Meißner die Seite entwickle und betreue sei da ein Vorteil.

Die Stadt und der Gewerbeverein werben für die neue Seite. In sozialen Netzwerken im Internet, auf Postkarten und Bannern in der Stadt, mit Anzeigen in der S-Bahn – und mit der Beteiligung an einem Ausscheid. Das neue Onlineportal ist Meißens diesjähriger Beitrag zum sächsischen City-Wettbewerb „Ab in die Mitte“. Mit Ideen zur Stärkung der Innenstadt hatte Meißen dort bereits mehrmals Preise abgeräumt.

„Wenn wir in diesem Jahr wieder ausgewählt werden, fließt das Preisgeld in die Weiterentwicklung des Portals“, sagt Wirtschaftsförderer Schuster. Es gäbe durchaus Chancen. „Als wir unseren Beitrag eingereicht haben, gab es dafür schon viel Interesse.“ Wie man stationären und Internet-Handel gemeinsam entwickelt und nicht gegeneinander ausspielt, ist auch in anderen sächsischen Städten ein Thema.

Meißens neues Händlerportal: www.meissen.online