Trotz Umbau bleibt der Betrieb eingeschränkt

Der Burgberg-Aufzug macht immer wieder Schlagzeilen. Die Stadt Meißen hofft: bald nur noch gute. Foto: Archiv

Der Umbau am Meißner Burgberg-Aufzug ist Geschichte. Doch noch immer ist ein Rund-um-die-Uhr-Betrieb nicht in Sicht.

Der Betrieb des Meißner Burgberg-Aufzugs bleibt auch im neuen Jahr umstritten – und die Mehrheit der Meißner Stadträte, Stadtverwaltung und Stadtrat trauen offenbar trotz jüngst erfolgtem Umbau nicht der versprochenen Störungsfreiheit der Anlage. Wie sonst wären die neuen Betriebszeiten des Lifts zu verstehen, die die Meißner Räte nun beschlossen haben?

Auch nach dem Umbau verkehrt der Aufzug täglich nur von 7.00 bis 20.00 Uhr und das auch immer nur mit Personal des Betreibers SDM an der Anlage. Sollte der Aufzug wieder einmal ausfallen, schickt die SDM in der Zeit von 10.00 bis 17.00 Uhr als Ersatz einen Shuttlebus auf die Strecke zwischen Meisastraße und Domplatz. Die Kosten dafür und für den zusätzlichen Personalaufwand bekommt das städtische Tochterunternehmen aus dem Haushalt der Stadt Meißen erstattet.

Damit bleibt der Lift einstweilen wohl ein Zuschussgeschäft mit schwer zu kalkulierenden Kosten. Nach eigenen Angaben hat die Stadt Meißen seit der Eröffnung 2011 rund 275.000 Euro für die Anlage ausgegeben: für Gutachten und Sachverständige, Reparaturen und Wartungen, den bislang benötigten Shuttleverkehr und höheren Personalaufwand durch Ausfälle und Ausfallrisiko. In den Kosten sind auch die Zuschüsse enthalten, die die Stadt ihrer Tochterfirma nun regelmäßig überweist, damit die einen Vollwartungsvertrag für den Aufzug finanzieren kann. Die Kosten für den Shuttlebus belasteten die Stadtkasse so sehr, dass beim Umbau im Herbst ganz darauf verzichtet wurde. Mit rund 1.000 Euro pro Ausfalltag schlägt der Ersatzverkehr zugute.

Der Umbau des Aufzugs sollte deutliche Verbesserungen bringen: weniger Ausfälle und geringere Kosten, längere Betriebszeiten. Fraglich ist nur wann. Am Aufzug sollen in den nächsten Monaten Kameras installiert werden: Sie würden eine dauerhafte Überwachung ohne Personal vor Ort ermöglichen. Der Aufzug könnte dann auch an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr für Fahrgäste zur Verfügung stehen.

Doch zur Kameraüberwachung gibt es noch viele ungeklärte Fragen. Welche Übertragungstechnik soll verwendet werden? Werden die Bilder zur SDM oder in die Leitstelle der Meißener Stadtwerke gesendet? Wer übernimmt wann den Bereitschaftsdienst bei der Überwachung?

Der jüngste Stadtratsbeschluss zu den Betriebszeiten des Aufzugs nennt dazu keine Details. Immerhin: Im Mai soll im Meißner Stadtrat berichtet werden, wie es mit der Planung, eventuell auch schon dem Bau der Überwachungskameras vorangeht. Die jüngste Ratsdebatte zum Burgberg-Aufzug war nicht die letzte.