Ein erster Schritt zum neuen Freibad

Die Stadt Meißen nimmt sich offiziell der Wiederinbetriebnahme des Freibadgeländes in Bohnitzsch an. Zunächst wird in einem Wettbewerb eine Planungsvariante ausgewählt.

Seit 2002 hat Meißen kein Freibad mehr: Das reparaturbedürftige Bad in Bohnitzsch wurde damals geschlossen. Wer im Sommer Abkühlung im Wasser sucht, muss nun nach Niederau, Miltitz, Coswig oder Radebeul fahren. Daran gewöhnt haben sich die Meißner offenbar nicht. Unmut über das fehlende Freibad und Forderungen nach Wieder- oder Neu-Eröffnung sind seit Jahren Themen der Stadtpolitik.

Finanziell ein Fass ohne Boden oder ein Muss für die Kreisstadt? Daran scheiden sich spätestens seit 2009 die Geister: Damals wurde der Verein „Meißner Freibad 09“ gegründet, dessen Mitglieder zunächst auf eigene Kosten Planungen für die Wiederinbetriebnahme des Bohnitzscher Bades vorantrieben. Zunächst war Widerstand spürbar, doch über die Jahre gewann der Verein Mitstreiter in der Politik. Nun schreibt sich die Stadtverwaltung sogar ganz offiziell die Belebung des Freibadgeländes auf die Fahnen.

Die Stadträte wollen im Bauausschuss einem Variantenvergleich grünes Licht geben: Vier Landschaftsarchitekturbüros werden beauftragt, je ein Entwicklungskonzept für das Gelände des alten Freibads zu schreiben. Die Aufgabenstellung: Aus dem in weiten Teilen heruntergekommenen Areal hinter dem „Wellenspiel“ soll wieder ein Freibad werden. Zudem sollen dort neue Caravan-Stellplätze, eventuell auch ein „Feriendorf“ mit Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 30 Urlauber und ein Zeltplatz entstehen.

Bis Jahresanfang 2019 reichen die Planer ihre Entwürfe ein. Anschließend wollen sich die Stadträte im Bauausschuss des Meißner Rats für eine Vorzugsvariante entscheiden. Der erste Schritt auf dem Weg zu einem neuen Freibad kostet die Stadt vergleichsweise wenig: Für den Variantenvergleich sind Honorare und Preisgelder von insgesamt 16.000 Euro eingeplant.

Fraglich ist dagegen noch, wie die ausgewählte Variante schließlich umgesetzt wird. Die Planer sind angehalten, auf Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zu achten. Schon der Freibadverein ging aber in seinen Schätzungen von siebenstelligen Kosten für die Wiederherstellung des Bades aus. Zu beachten sind auch die laufenden Betriebskosten. Das städtische Tochterunternehmen „Städtische Dienste Meißen“, das das benachbarte Freizeitbad „Wellenspiel“ betreibt, muss dafür schon derzeit mit jährlichen Zuschüssen von 1,1 Millionen Euro unterstützt werden.