Künftig wird geblitzt statt gewarnt

Die Geschwindigkeitsanzeigen haben das Problem mit rasenden Autofahrern nicht entschärft. Deshalb schafft sich die Stadt Meißen nun einen mobilen Blitzer an.

Das Warnen hat wenig gebracht. Deshalb wird in Zukunft geblitzt. Die Stadt Meißen schafft sich eine „mobile Geschwindigkeitsmessanlage“ an. Ab Frühjahr 2019 werden damit Raser zur Kasse gebeten.

Der Verwaltungsausschuss des Stadtrats hat dem Kauf des Blitzers grünes Licht gegeben. Nicht zum ersten Mal beschäftigten sich die Stadträte mit der Frage, wie zu schnellen Autofahrern auf Meißens Straßen Einhalt geboten werden kann. Der erste Versuch war die Anschaffung sogenannter Geschwindigkeitsanzeigen. Seit 2017 wurden die Tafeln an wechselnden Stellen im Stadtgebiet aufgestellt und zeigten Autofahrern an, wie schnell sie gerade fuhren.

Einen nachhaltigen Lerneffekt habe man damit wohl nicht erreichen können, räumt Meißens Ordnungsamtsleiter Silvio Kockentiedt ein. „Die Geschwindigkeitsanzeigen leisten gute Dienste, wenn wir die Autofahrer dazu bringen wollen, kurzfristig auf die Bremse zu treten.“ Das bedeutet auch, das kurz nach der Messstelle oft schon wieder aufs Gaspedal getreten wird.

Die Tafeln förderten zudem zutage, dass viele Autofahrer in Meißen zu schnell unterwegs sind. Von August 2017 bis August 2018 wurde mit den Messtafeln knapp 300.000 mal die Geschwindigkeit von Autos erfasst: In 60 Prozent der Fälle fuhren sie zu schnell. Spitzenreiter seien Autofahrer mit 146 Stundenkilometern auf der Großenhainer Straße und mit 140 Stundenkilometern auf dem Dieraer Weg gewesen, heißt es von der Stadtverwaltung. An beiden Stellen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern.

Der mobile Blitzer soll Rasern in Meißen den Spaß verderben, so Ordnungsamtsleiter Silvio Kockentiedt. Wo Geldbußen und Führerscheinentzug drohen, beginne das nachhaltige Lernen. Darauf hofft nicht nur der Amtsleiter, sondern auch etliche Meißner. In den vergangenen Jahren hätten sich viele Bürger mit der Bitte um Geschwindigkeitskontrollen an die Stadtverwaltung gewandt: vor allem Senioren und Eltern.

Anders als in Nachbarstädten musste die Meißner Verwaltung da bislang ablehnen. Coswig und Radebeul blitzen schon seit einigen Jahren mit einem mobilen Gerät, das sich die beiden Kommunen teilen. Meißen hat bisher nur einen stationären Blitzer im Schottenbergtunnel. Der neue mobile Blitzer kostet die Stadt knapp 47.000 Euro.