Erste Etappe für den Meißner "Porzellanpfad"

Der Künstler und sein Werk: Olaf Fieber vor dem neuen Wandbild in der Görnischen Gasse Foto: Stadt Meißen

Lange wurde der Plan diskutiert, Meißner Sehenswürdigkeiten mit einem "Porzellanpfad" zu verbinden. Das erste Wegstück markiert nun ein neues Wandbild in der Görnischen Gasse.

Die Görnische Gasse galt bisher in Meißen als städtebaulicher Problemfall. Nur einen wenige Meter vom Markt entfernt verfielen hier die Häuser, während andere Altstadt-Straßen längst durchsaniert waren.

Doch das Bild beginnt sich zu wandeln. Zwar gibt es an der Görnischen Gasse noch einige Ruinen. Doch nach und nach werden hier die alten Häuser saniert. Außerdem ist noch ein weiterer Farbtupfer dazugekommen. Der lange geplante „Porzellanpfad“, der Meißens Stätten von Porzellanproduktion und -kunst verbinden soll, hat an der Görnischen Gasse nun seine erste Etappe.

Es ist ein Wandbild, geschaffen vom Meißner Künstler Olaf Fieber - natürlich aus Porzellan. Es schmückt eine Grundstücksmauer an der Ecke Görnische/Schlossergasse. Die hatte es, als die Idee des „Porzellanpfads“ entwickelt wurde, auch noch nicht gegeben. Sie entstand, als eine der Ruinen der Görnischen Gasse wieder zu einem Haus restauriert wurde. Dessen neuen Bewohner versahen ihr Grundstück mit der Einfriedung und hatten nichts dagegen, sie im Sinne des Porzellans schmücken zu lassen.

Für sein Wandbild hat Olaf Fieber Street-Art-Elemente mit traditioneller Porzellankunst gemischt. In klassischem Meissener Blau werden Meißner Sehenswürdigkeiten gezeigt. Hofnarr Fröhlich grüßt von der Wand und zeigt Spaziergängern, dass sie sich auf dem richtigen Weg zwischen Markt und Porzellan-Manufaktur befinden. In voller Ausdehnung soll der Meißner „Porzellanpfad“ einmal Manufaktur, Görnische Gasse, Tuchmachertor, Torhaus der Albrechtsburg, Heinrichsplatz und Ohmsche Villa verbinden.

Die Idee des „Pfads“ stammt von den Mitgliedern des „Stammtischs Görnische Gasse“. Neben Olaf Fieber und Stadtrat Holger Metzig sind hier noch weitere Anwohner der Straße aktiv. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Aufmerksamkeit auf die Görnische Gasse zu lenken und sie zu beleben. Nach und nach scheint das zu gelingen.

Mit der „Porzellanpfad“-Idee holte Meißen 2015 beim Städtewettbewerb „Ab in die Mitte“ ein Preisgeld von 10.000 Euro. Die Summe floss nun ebenso in die Umsetzung wie die Mittel aus dem Verfügungsfonds zur Städtebauförderung. Außer für Schönheit wird städtisches Geld bald auch für die Nutzbarkeit der Straße ausgegeben. Die Stadtverwaltung kündigt den Umbau der Görnischen Gasse an: Bis 2021 soll er erledigt sein.