Olaf Raschke bleibt OB von Meißen

Bei der Oberbürgermeisterwahl unterlag in Runde zwei der anfangs siegreiche Herausforderer Frank Richter dem Amtsinhaber. Der Stimmen-Abstand war äußerst knapp.

Drei Bewerber waren in Wahlrunde zwei noch übrig – und zwischen den beiden aussichtsreichsten wurde es am Ende ein äußerst knappes Rennen. Ganze 97 Stimmen entschieden schließlich, dass Olaf Raschke Oberbürgermeister von Meißen bleibt. Mit einem Stimmenanteil von 43,5 Prozent lag er beim Wahlgang am 23. September knapp vor Herausforderer Frank Richter, der 42,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Als dritter Bewerber kam Martin Bahrmann auf 13,9 Prozent.

In den Tagen zwischen den Wahlgängen war noch einmal ein harter Wahlkampf geführt worden. Wechselseitige Vorwürfe gab es vor allem zwischen den Unterstützerlagern von Olaf Raschke und Frank Richter. Das knappe Ergebnis von 4.772 gegen 4.675 Stimmen spiegelt die Spaltung der wählenden Meißner Bürgerschaft. Der Riss zieht sich teils mitten durch die Parteien und politischen Gruppierungen der Stadt.

Olaf Raschke war als Kandidat der CDU angetreten, aber auch von den Stadträten der ULM und der Freien Bürger unterstützt worden. Frank Richters Kandidatur wurde von der Bewegung „Bürger für Meißen“ initiiert und von Linken, SPD und Grünen gestützt. Über die Auseinandersetzungen des Wahlkampfs ist die Stadtratsfraktion aus SPD, Grünen und Freien Bürgern zerbrochen. Die Stadträte der Freien Bürger sowie SPD-Mann Rolf Gätsch, die Olaf Raschke unterstützt hatten, bilden nun eine neue Fraktion. Von der früheren Fraktion bleiben Frank Richters Unterstützer Matthias Rost (SPD) und Heiko Schulze (Grüne) als Zweiergruppe übrig.

Wunden hinterlassen vor allem Wahlkampf-Beiträge der „Alternative für Deutschland“ (AfD), die ihren eigenen Kandidaten Dr. Joachim Keiler vor Wahlrunde zwei zurückgezogen hatte. Nun wendete sich die Partei gegen Frabk Richter. Auf einem Flugblatt der AfD war vor der entscheidenden zweiten Runde behauptet worden, Richter spreche sich für unbegrenzte Migration aus. Zudem war Richters Rolle als Bürgerrechtler im Herbst 1989 in Dresden infrage gestellt worden.

Frank Richter hatte daraufhin die beiden anderen Bewerber aufgefordert, sich von den Behauptungen der AfD zu distanzieren. Das ist aus seiner Sicht nicht geschehen. „Der höchstwahrscheinlich alte und neue Oberbürgermeister Olaf Raschke ist ein Bürgermeister von Gnaden der rechtsgerichteten AfD“, sagt Richter deshalb. Die fehlende Distanzierung von dieser Partei mache größte Sorgen hinsichtlich der weiteren politischen Entwicklung in Sachsen.

Olaf Raschke sprach am Wahlabend davon, dass nun wieder sachorientierte Politik im Mittelpunkt stehen solle. Frank Richter gratulierte dem Wahlsieger, dankte seinen Unterstützern und den Meißnern, die sich in den Wahlkampf-Wochen fair und demokratisch für ihre Stadt eingesetzt hätten. An der zweiten Runde der Meißner OB-Wahl beteiligten sich 48,1 Prozent der zur Abstimmung berechtigten Bürger – knapp weniger als in der ersten Runde.