Wie weiter mit dem Sportplatz Jugendwiese?

Die Meißner Jugendwiese liegt im Überschwemmungsgebiet der Elbe Foto: Grau

Das Gelände in Siebeneichen ist ungenutzt, seitdem sich der Fußballverein DFC aufgelöst hat. Die Stadt Meißen sucht jetzt Interessenten für den Sportplatz.

Wie weiter mit dem Sportplatz Jugendwiese? Das weiß man derzeit auch in der Meißner Stadtverwaltung noch nicht genau. Das Gelände zwischen Siebeneichener Straße und Elbe ist ungenutzt, seit sich der Dynamo-Fußballclub Meißen (DFC) Ende des vergangenen Jahres wegen Mitgliederschwunds aufgelöst hat. Seitdem kam es an Vereinsheim und Kunstrasenplatz schon zu Vandalismus.

Gelände und Gebäude sind städtisches Eigentum, stellt Bürgermeister Markus Renner klar. Beides sei bis zu dessen Auflösung an den DFC verpachtet gewesen. „Diesen Pachtvertrag haben wir Ende 2017 gekündigt.“ Der Verein habe der Stadt zuvor angezeigt, dass er seine Tätigkeit einstelle werde. Nach Jahren erfolgreicher Arbeit vor allem Nachwuchsbereich, waren zahlreiche Spieler des DFC zu anderen Vereinen gewechselt.

Vor dem Niedergang hatte der Verein allerdings einiges für den Sport-Standort Jugendwiese getan. Die Stadt verweigerte nach mehreren Hochwassern Investitionen in das dauerhaft flutgefährdete Gelände. Dem DFC gelang es jedoch mit Hilfe von Sponsoren, das Sportlerheim wieder nutzbar zu machen und den Sportplatz mit Kunstrasen auszustatten.

„Nach dem Ende des Pachtvertrages ist wieder die Stadt für das Gelände verantwortlich“, so Bürgermeister Markus Renner. Doch diese Verantwortung scheint derzeit eher eine Belastung. Der Sportplatz Jugendwiese sei nicht abschließbar, so der Bürgermeister. „Manche treffen sich dort, um Fußball zu spielen. Es gibt aber auch Zerstörungen.“

Ein wirksames Mittel gegen Vandalen ist Aufsicht über den Platz. So strebt die Stadt nun an, die Jugendwiese in neue Nutzung zu bringen. Es hätten sich bereits Vereine gemeldet, die das Sportareal übernehmen wollten, so Bürgermeister Markus Renner. „Wir wollen uns demnächst mit den Interessenten an einen Tisch setzen, um Nutzungsmöglichkeiten für die Jugendwiese abzustimmen.“ Es stehe fest, dass die Stadt das Gelände nicht selbst betreiben wolle.

Vor einem Neuverpachtung solle die Stadt jedoch nicht nur die Jugendwiese, sondern auch benachbarte Flächen einer näheren Betrachtung unterziehen, sagt „Freie-Bürger“-Stadtrat Holger Metzig. Ihm geht es dabei vor allem um den Meißner Tierpark. „Können wir dafür zusammen mit der Jugendwiese ein Gesamtkonzept entwickeln?“

Das sei im Sinne der Stadt, bestätigt Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke. In diesem Jahr solle ein Konzept entwickelt werden, dass Entwicklungsmöglichkeiten für mehrere öffentliche Flächen in Siebeneichen aufzeigt. „Wir wollen darin den Siebeneichener Park, den Tierpark, den Sportplatz Jugendwiese und die Radlerrast betrachten“, so der OB. Dazu stimme man sich auch mit dem Freistaat Sachsen und dem Landesbetrieb Sachsenforst ab, denen die Flächen teilweise gehören.