"Momo" schlägt die Zuschauer in den Bann

An den Landesbühnen Sachsen wird Michael Endes Kinderbuch zum Ballett. In der Rolle der Momo tanzt Nina Plantèfeve-Castryck. Foto: König

An den Landesbühnen Sachsen hat man Michael Endes Kinderbuch fürs Ballett adaptiert. Die gelungene Choreografie wird ab dem Frühjahr auch in Rathen zu sehen sein.

Wann ist eine Inszenierung gelungen? Wenn das Publikum gebannt schaut und lauscht. Wenn man die Handlung auch ohne Worte versteht. Die neue Choreografie des Balletts der Landesbühnen Sachsen ist gelungen. Traumschön sind die Bilder. Die Zuschauer folgen gebannt der Geschichte des kleinen Mädchens „Momo“, das gegen die „grauen Herren“ kämpft, die den Leuten die Zeit stehlen.

Michael Endes Kinderbuch „Momo“, das Wencke Kriemer de Matos mit dem Radebeuler Ballett inszenierte, ist dabei kein ganz leichter Stoff. Seine Geschichte ist ein Gleichnis, der Anspielungsreichtum ein Geschenk. Doch wie übersetzt man diese Komplexität in Tanz?

In Radebeul konzentriert man sich auf die Kontraste der Erzählung. Die helle, warme und freundliche Welt der aufgeweckten Momo (Nina Plantefève-Castryck) und ihrer Freunde steht gegen die kalte und dunkle Diktatur der „grauen Herren“. Harmonische Bewegungen sind gegen roboterhaft anmutende Tänze gesetzt. Auch die Musik von Michio Woirgardt und die von Stefan Wiel entworfenen Kostüme betonen diese klare Distanz, das Gegeneinander der Welten.

Momo muss kämpfen, wenn sie ihre Freunde aus den Fängen der „grauen Herren“ retten will. Sie sichert sich dazu die Unterstützung von Meister Hora und der Schildkröte Kassiopeia. Die meisten Tänzer schlüpfen während des Abends in mehrere Rollen. Die geschlossene Leistung der Radebeuler Ballettcompagnie ist beeindruckend. Das Radebeuler Ballett „Momo“ ist ein Stück für Kinder und Erwachsene. Fasziniert sind alle Zuschauer. Sie schauen und lauschen gebannt, bevor sie lange applaudieren.

Wieder am 28. Februar, ab dem Frühling auf der Felsenbühne Rathen