Biennale zeigt Porzellankunst aus aller Welt

Rundgang beim Aufbau der Ausstellung: Kuratorin Claudia Zachow erklärt, welche Werke für die zweite Porzellanbiennale ausgewählt wurden Foto: Grau

Bis November ist die Meißner Albrechtsburg Austragungsort der zweiten "Porzellanbiennale Meißen". 31 Künstler aus dem In- und Ausland präsentieren ihre Werke.

Aus fast 80 Bewerbungen 31 Beiträge für die Ausstellung auswählen: Das sei nicht einfach gewesen, sagen die Juroren. „Wir haben uns mit jeder Einreichung eingehend beschäftigt und lange diskutiert“, erklärt Andreas Ehret. Die Auswahl sollte einen Zweck erfüllen: bei der diesjährigen „Porzellanbiennale“ in der Meißner Albrechtsburg die bemerkenswertesten Werke der zeitgenössischen Porzellankunst zu präsentieren. Ab dem 12. August können sich Besucher selbst ein Bild machen, ob das gelungen ist.

Die Vielfalt ist jedenfalls groß. Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, den Niederlanden, Polen, Belgien, Dänemark, Italien, Tschechien und der Schweiz stellen aus. Die am weitesten gereisten Werke stammen aus Südkorea und der Türkei. Die Szene der Porzellankunst ist über Ländergrenzen vernetzt und die Meißner Biennale schon mit der zweiten Ausgabe ein wichtiger Ort für den Austausch geworden.

„Genau das wollen wir erreichen“, sagt Andreas Ehret, der selbst als Porzellankünstler in Meißen arbeitet. Meißen sei der Geburtsort der europäischen Porzellanherstellung. „Und gerade hier zeigt die Biennale, was Porzellan noch alles sein kann und wie anderswo mit dem Material umgegangen wird. Wir öffnen mit der Ausstellung ein Fenster zur Welt.“

Zu diesem Zweck gründete Ehret mit Künstlerkollegen und Porzellanfreunden den „Verein zur Förderung zeitgenössischer Porzellankunst“. Auch der Meißner Künstler Olaf Fieber ist Mitglied und ein Ideengeber der Porzellanbiennale. Zur ersten Schau vor zwei Jahren habe man noch Künstler eingeladen, erinnert sich Fieber. „Diesmal kamen die Bewerbungen schon fast von selbst. In der 'Porzellangilde' hat sich unsere Biennale herumgesprochen.“ Weil sie ein besonderes Format ist: Die Meißner Ausstellung legt den Fokus ausschließlich auf den künstlerischen Umgang mit dem nicht ganz einfachen, manchmal geradezu „kapriziösen“ Material Porzellan. „Wir zeigen, welche Grenzen man im künstlerischen Umgang damit ausloten kann.“

Natürlich sind Porzellanskulpturen und Gefäße zu sehen – doch mit besonderen Formen und Farben. Eine Installation vereint Porzellangefäße, Geräusche und Lichtspuren. Malerei auf Porzellan, filigranste Strukturen, die besondere Anordnung von Porzellanen im Raum: Die zweite Meißner Biennale zeigt eine enorme Vielfalt künstlerischer Handschriften.

Für die Auswahl und Präsentation war auch Claudia Zachow als Jurorin und Kuratorin verantwortlich. Ihr Einsatz in Meißen ist zum die Rückkehr an eine frühere Wirkungsstätte, zum anderen der Beginn einer neuen Kooperation. Claudia Zachow lernte in der Meißner Manufaktur zunächst Porzellanmalerei, studierte dann an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle und ist heute Kuratorin beim „Porzellanikon“ im fränkischen Selb, das erstmals ein Partner der Schau in der Albrechtsburg ist.

Das Porzellanikon, ein einzigartiges Porzellan-Museum, habe einen anderen Fokus als die Meißner Biennale, erklärt Claudia Zachow. „In Selb beschäftigen wir uns vor allem mit seriell gefertigten Porzellanen. Gerade deshalb finde ich aber auch die künstlerische Ausrichtung der Meißner Ausstellung so interessant.“ Wobei Kunst und Handwerk gerade beim Porzellan dann doch schwer zu trennen seien: „Ein Kriterium bei der Auswahl für die Biennale war auch das technische Können der Künstler. Wir haben geschaut, wo jemand besondere Techniken eingesetzt hat und wo Grenzen des Materials ausgereizt wurden.“

Die Bedeutung der Meißner Biennale als Podium für die internationale Porzellankunst ist noch keinesfalls ausgereizt. „Es ist die zweite, aber sicher nicht die letzte Biennale an diesem Ort“, sagt Dr. Christian Striefler, Chef des freistaatlichen „Schlösserlands Sachsen“, zu dem die Albrechtsburg gehört. Der Ort trage seinen Teil zur Attraktivität der Schau bei, stimmt Olaf Fieber zu. „In der Albrechtsburg wurde das erste europäische Porzellan hergestellt. Jetzt gehen von hier wieder neue Impulse für die Porzellankunst aus.“

Die diesjährige „Porzellanbiennale Meißen“ in der Albrechtsburg ist bis zum 4. November geöffnet. Zur Eröffnung am Nachmittag des 12. August ist auf dem Burghof ein kleines Sommerfest geplant.