Im Landkreis gibt es noch Reserven für den Weinbau

Der Landkreis Meißen ist das Kerngebiet des sächsischen Weinanbaugebiets Foto: Schloss Wackerbarth/Archiv

In einer Studie wurde unter anderem untersucht, welche Hang- und Steillagen potenziell für den Weinbau geeignet sind und welche als Biotope geschützt werden sollen.

Rund 300 Hektar Fläche steht Winzern im Landkreis Meißen potenziell für Aufrebungen zur Verfügung. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die der Kreis gemeinsam mit dem Regionalen Planungsverband und dem Weinbauverband in Auftrag gegeben hat. Fachleute hatten seit 2015 daneben auch untersucht, welche der potenziell für den Weinbau geeigneten Flächen als Biotope für Pflanzen und Tiere zu schützen sind.

Weniger als zunächst erwartet: Ein lückenloser Biotopverbund in Hang- und Steillagen lässt sich im Landkreis wohl nicht schaffen. So berichtete es das Umweltamt der Landkreisverwaltung den Kreisräten. Die Biotopqualität der untersuchten Flächen sei geringer gewesen als zunächst vermutet.

Naturschutz und Weinbau sollen im Landkreis dennoch unter einen Hut gebracht werden. Nach der Einschätzung der Biotopqualität empfiehlt die Studie, knapp 70 Hektar Steil- und Hanglagen im Anbaugebiet als Biotop-Kernflächen zu schützen. Weitere 350 Hektar seien als wichtige Verbindungsflächen zwischen ihnen anzusehen. Die Autoren empfehlen daneben, noch punktuell Flächen aufzuwerten und freiwillige Naturschutzmaßnahmen in den Weinbergen umzusetzen.

Dass die 300 Hektar potenzieller Rebfläche schnell und komplett genutzt werden, ist unwahrscheinlich. Nach wie vor benötigen die Winzer amtlich vergebene Pflanzrechte, wenn sie neue Weinberge anlegen wollen. Dennoch haben viele sächsische Winzer Interesse an zusätzlichen Rebflächen.