Neugasse bleibt bis Jahresende eine Baustelle

Auf dem stadtauswärtigen Teil der Neugasse haben die Bauarbeiten bereits begonnen Foto: Grau

Die Arbeiten zur Umgestaltung der Einkaufsstraße haben begonnen. Bald soll auch der Platz vor der Sparkasse zur Baustelle werden.

Die Neugasse gehört zu Meißens längsten Baustellen. Eine der am sehnlichsten erwarteten ist sie auch. Die Einkaufsstraße am Rande der Altstadt war zuletzt immer unansehnlicher geworden. Welliges Pflaster, buckelige Gehwege, unstrukturierte Asphaltflächen und mittendrin ein beachtlicher Verkehrsstrom von Autos und Bussen: „Einladend“ hätte anders ausgesehen.

Inzwischen prägen Bauarbeiten das Bild der Neugasse. In den vergangenen Jahren hatte die Stadt zunächst den Mühlgraben und den großen Abwasserkanal sanieren lassen, die unter der Straße verlegt sind. Außer den schmalen Einstiegen von der Neugasse in die Kanäle gab es kaum ein sichtbares Zeichen dieser Arbeiten im Untergrund. Inzwischen wird aber Tabula rasa gemacht: Zunächst im stadtauswärtigen Teil der Straße, bald auch auf dem eigentlichen Boulevard graben sich die Bauleute in die Tiefe. Wasser- und Stromleitungen, Hausanschlüsse, Straßenbeleuchtung werden erneuert, bevor neues Pflaster verlegt wird, das der Neugasse ein schöneres Gesicht verleihen soll.

„Die Arbeiten im hinteren Teil der Neugasse sind schon zum großen Teil fertig“, sagt Günther Schütze vom städtischen Bauamt. „Derzeit wird an der Einmündung des Stiftswegs auf die Neugasse gebaut. Bis Ende Mai soll der Teil der Straße bis an die Sparkasse fertig werden.“ Im Mai werde der nächste große Bauabschnitt eröffnet. Bis zum Jahresende gehe es dann vor allem um die Neugestaltung der Neugasse von der Einmündung Fleischergasse bis vor die Sparkasse: um den Teil also, der wesentlich das „neue Gesicht“ der Neugasse ausmacht.

Lange hatten Meißens Stadträte über Entwürfe für die Umgestaltung debattiert. Der Plan der Dresdner Büros „UKL Landschaftsarchitekten“ sieht nun mehr und schöner gestalteten Platz für Fußgänger vor. Der Fahrzeugverkehr wird nach dem Umbau auf einem Asphaltband rollen, das schmaler ist, als der heutige Fahrbahnquerschnitt. Die Wege für die Fußgänger bekommen neues Pflaster. Bäume werden gepflanzt und Bänke aufgestellt.

Herzstück der „neuen“ Neugasse wird der kleine Platz vor dem Sparkassen-Gebäude. Heute ist er eine leblos wirkende Asphalt- und Pflasterfläche. Mit der Neugestaltung soll er zum Treffpunkt, Spiel- und Festplatz für die Meißner werden. Als Anziehungspunkt ist ein Wasserspiel geplant. Wie es finanziert wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Stadträte haben aber grünes Licht gegeben, bei den jetzt anstehenden Bauarbeiten im Untergrund alle nötigen Installationen für einen späteren Einbau des Wasserspiels vorzusehen. „Wenn das Wasserspiel noch in diesem Jahr mit eingebaut werden soll, muss die Entscheidung darüber bis Mai oder Juni fallen“, sagt Günther Schütze. Andernfalls müsse nachgerüstet werden.

Für die Umgestaltung von 320 Metern Neugasse gibt die Stadt rund 2,4 Millionen Euro aus. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für den Dezember geplant. Eine Besonderheit der Baustelle ist es, dass während der gesamten Zeit der Verkehr durch die Neugasse fließen soll. Geplant sei nur ein Wochenende Vollsperrung: „Das brauchen wir am Ende, um auf der Fahrbahn die Asphaltdecke einzubauen“, sagt Günther Schütze.