Umbau an der Bergstation soll Pannenserie beenden

Pannenfreie Fahrten des Burgberg-Aufzugs: Das soll es 2018 häufiger geben als bisher Foto: Archiv

Meißens Stadtrat gibt grünes Licht für Veränderungen am Burgberg-Aufzug. Damit soll Anfang 2018 die Störanfälligkeit der Anlage beendet werden.

Dombaumeister Knut Hauswald ist sich sicher: Nach den im Januar und Februar geplanten Bauarbeiten am Meißner Burgberg-Aufzug wird die Pannenserie des Fahrstuhls endgültig beendet sein. „Die großen Störungen sind dann Geschichte.“ Eine neue Schiebetür an der Bergstation soll den Aufzug endlich zu einem fehlerfrei funktionierenden Verkehrsmittel machen.

Diese Variante präsentierte der von der Stadt beauftragte Architekt den Stadträten als Ergebnis monatelanger Untersuchungen und Abstimmungen. Vor allem mit den Denkmalschutzbehörden musste eine Einigung gefunden werden. Es sei schließlich Sachsens Landeskonservatorin Rosemarie Pohlack selbst gewesen, die der jetzt favorisierten Umbau-Variante am Domplatz zustimmte, berichtete Knut Hauswald: Die Drehtür der Bergstation wird durch eine weniger störungsanfällige, doch etwas breitere Schiebetür ersetzt. „Dafür werden wir die Zinnen der Domplatzmauer links und rechts der Tür um je 50 Zentimeter kürzen.“ Die sensible Elektronik, die derzeit im Boden der Bergstation eingebaut ist, komme aufs Kabinendach. Dort lasse sie sich besser vor Wasser und Frost schützen.

Die Umbauten kosten rund 90.000 Euro. Die neue Schiebetür werde vom selben Hersteller geliefert wie die alte Drehtür, so Hauswald. Ein baugleiches Modell sei an der Aufzugstalstation im Einsatz und verrichte dort seit Jahren tadellos seinen Dienst. Die Tür „von der Stange“ scheint technisch ausgereifter, als das Drehtür-Sondermodell, das an der Bergstation verwendet wurde. Folgt man Knut Hauswald, ist der geplante Eingriff effektiv und kostengünstig. „Wir waren von Anfang an bestrebt, die Aufzugsanlage an sich nicht zu verändern. Das hätte hohe Kosten verursacht.“ Für 90.000 Euro bekomme man nicht nur die neue Tür, sondern auch eine runderneuerte Aufzugssteuerung. „Damit haben wir wieder eine runde Lösung.“

Doch nicht alle Stadträte wollten dieser Ansicht folgen. Bevor die Mehrheit der jüngsten Ratsversammlung beschloss, die Arbeiten wie beschrieben Anfang 2018 durchführen zu lassen, entspann sich eine Debatte. Heiko Schulze, Fraktionschef von Grünen, SPD und Freien Bürgern, machte der Stadtverwaltung Vorwürfe. Statt mehreren Umbauvarianten werde nur eine zur Abstimmung gestellt. Ein Ratsbeschluss aus dem Frühjahr werde ignoriert: „Wir hatten gefordert, den kompletten Aufzug in den Blick zu nehmen und Reparaturmöglichkeiten für alle Fehler samt Kosten vorzustellen. Jetzt geht es nur um die Bergstation.“ Wer Verantwortung für die Konstruktionsmängel der Anlage trage, sei bis heute nicht geklärt. „Stattdessen wird uns etwas vorgestellt, über das wir einfach in kürzester Zeit entscheiden sollen.“

Oberbürgermeister Olaf Raschke widersprach. Weitere Mängel, die das Fachgutachten aufgelistet hatte, seien schon bei vergangenen Wartungen behoben worden. Der Umbau der Bergstation sei jedoch der entscheidende Schritt: „80 Prozent der bisherigen Störungen hatten dort ihre Ursache.“ Wenn die Bauarbeiten im Januar und Februar stattfinden sollen, müsse das so schnell wie möglich beschlossen werden. Die Einigung mit dem Denkmalschutz sei jedoch erst im Herbst zustande gekommen. Bei mehreren Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmte der Meißner Stadtrat schließlich für den Umbau zu Jahresbeginn.

Für diese Zeit ist seit der Pannenserie des letzten Winters ohnehin ein Stillstand des Aufzugs geplant. Architekt Knut Hauswald ist allerdings zuversichtlich, dass der Burgberg-Aufzug im Winter 2018/19 wieder durchgehend fahren kann. „Ein normaler Winter sollte der Anlage nach dem Umbau keine Probleme mehr machen.“