Schnelles Netz auch für den Meißner Stadtrand

In den Randgebieten von Meißen sind leistungsfähige Internetanschlüsse kaum zu bekommen. Damit sich das ändert, will sich die Stadt nun um Fördermittel bewerben.

Es mangelt an leistungsfähigen Internetanschlüssen – zumindest in den Randgebieten von Meißen. Auch wenn Telekommunikationsunternehmen derzeit in der Stadt in den Ausbau von Datenleitungen investieren: Werden alle geplanten Vorhaben umgesetzt, sind im Jahr 2020 voraussichtlich immer noch rund 360 Meißner Ein- und Mehrfamilienhäuser ohne Anschluss an leistungsfähiges Breitband-Internet.

Das sei ein Hindernis für die Stadtentwicklung, heißt es aus der Verwaltung. Ohne guten Internet-Anschluss sei Meißen als Wohn- und Wirtschaftsstandort nicht attraktiv. Der Ausbau in den Randgebieten der Stadt würde grob geschätzt rund fünf Millionen Euro kosten. Wo sich der Netzausbau für Konzerne nicht rechnet, soll es nun staatliche Förderung richten – und die Stadt will dafür in Vorleistung gehen.

Bei ihrer nächsten Sitzung beraten die Stadträte über eine Beschlussvorlage der Meißner Wirtschaftsförderung. Die Stadt soll demnach in ihrem Doppelhaushalt für 2018/19 fünf Millionen Euro für den Breitbandausbau reservieren. Geschieht das, kann Meißen Fördergeld für eben dieses Vorhaben beantragen. Bund und Freistaat übernehmen mit Breitbandausbau-Förderprogrammen bis zu 90 Prozent der Kosten in „unterversorgten“ Gebieten. Im Falle Meißens müsste die Stadt letztlich rund 500.000 Euro aus ihrer Kasse für das Vorhaben aufbringen. Diese Summe soll aus der städtischen Finanzrücklage bezahlt werden.

Bekommt Meißen die Förderung, wird nicht die Stadt Bauherrin beim Breitbandausbau. Den sollen in jedem Fall private Anbieter übernehmen. Die Stadt hätte mit dem Fördergeld allerdings einen Anreiz, um Telekommunikationsunternehmen davon zu überzeugen, auch in den bisher für sie nicht wirtschaftlich auszubauenden Bereichen zu investieren. Der Netzausbau in den Stadtrand-Gebieten wird in diesem Fall ausgeschrieben. Die Stadt reicht die Fördersumme als Zuschuss an den Ausschreibungssieger weiter.