Meißner Chorfestival startet ins zweite Jahr

Kostenfreie Chorkonzerte auf den Straßen und Plätzen der Meißner Altstadt gab es schon beim ersten Chorfestival im vergangenen Jahr. Wie damals, ist auch in diesem Jahr das Publikum wieder zum Mitsingen aufgefordert. Foto: Kulturverein

Am 10. und 11. September wird auf den Straßen und Plätzen der Altstadt wieder gesungen. Das Publikum darf nicht nur zuhören, sondern auch mitsingen.

Man brauche drei Jahre, um Meißens neues Chorfestival zu etablieren, hatte Dr. Walter Hannot im vergangenen Jahr gesagt. Nun steht der zweite Festivaljahrgang vor der Tür und der Vorsitzende des Meißner Kunstvereins findet, dass er mit seiner Prognose ganz richtig gelegen habe. Chorfestival Nummer zwei findet am 10. und 11. September statt, das Programm ist fertig geplant. „Wir finden unseren Weg.“

14 Chöre werden diesmal teilnehmen: mehr als im vergangenen Jahr. Hier und da sei bei der Organisation ein wenig nachjustiert worden, sagt Hannot. „Da haben wir aus den Erfahrungen des ersten Durchgangs gelernt.“ Das neue Domizil des ausrichtenden Kulturvereins in der Rosengasse wird der zentrale Anlaufpunkt für alle Chöre sein. Bei den Auftrittsorten hat man in diesem Jahr den Domplatz außen vor gelassen. „Die Mitglieder von Chören sind meistens schon etwas älter. Wir mussten einsehen, dass sie nicht die ganze Zeit durch die Stadt laufen können. Das Chorfestival wird in diesem Jahr auch etwas ‚ebenerdiger’ gestaltet.“

Keine Änderungen gibt es bei der Schirmherrschaft. Sie wird wieder von Sachsens Wirtschaftsminister und SPD-Chef Martin Dulig übernommen, dem Meißen, wie er sagt, eine „Herzensangelegenheit“ ist. „Ich bin hier nicht nur aufgewachsen. Ich verbinde auch das Singen mit der Stadt. Hier war ich Kurrendesänger und bei der Domkatorei.“

Inhaltlich setzt Intendant Olaf Katzer im zweiten Festivaljahr auf Vielfalt. Winzer- und Volkslieder, Gospel, tschechisches, orientalisches und vietnamesisches Liedgut wird am 10. und 11. September auf den Straßen und Plätzen der Meißner Altstadt zu hören sein. Zu den „Neuzugängen“ unter den teilnehmenden Chören gehören das Ensemble „Cantica Bohemica“ aus der tschechischen Partnerstadt Leitmeritz, eine Gesangsgruppe vietnamesischstämmiger Meißner und ein Chor aus dem Rheinland. Die anderen Sänger kommen von Chören aus der Region.

Auftreten werden sie auf dem Markt, dem Heinrichsplatz, an der Frauenkirche, dem Hundewinkel, in der Rabener Passage … „Das Gelände können wir dann ausdehnen, wenn noch mehr Chöre dabei sind“, sagt Dr. Walter Hannot. Diese Zahl ist jedoch nicht entscheidend, wenn es um ein wichtiges Ziel des Chorfestivals geht: Das Publikum soll nicht nur zuhören, sondern auch selbst mitsingen können. Da sei oft eine gewisse Hemmschwelle zu überwinden, sagt Intendant Olaf Katzer. Mit aufgelockerten Arrangements sollte es aber klappen: „Wenn sich Chor und Publikum mischen, einer anfängt zu singen, dann stimmen auch die anderen leichter ein.“ Eine Gelegenheit dazu ist am Sonnabend, dem 10. September, ab 19.00 Uhr auf dem Platz vor dem Café Zieger. Dort leitet Dr. Norbert Herrmann eine „offene Singstunde“ unter freiem Himmel.

Auf mitsingendes Publikum hofft der Intendant auch für den Abschluss des Chorfestivals am Sonntag um 15.00 Uhr auf dem Markt. Dort formieren sich die teilnehmenden Chöre zu einer „Klangkette“. Choreografiert wurde sie von Olaf Katzer und dem Dresdner Komponisten Peter Motzkus. Eröffnet wird sie von den Klängen des Glockenspiels der Frauenkirche. Verschiedene Chöre kommen auf dem Markt zusammen, singen dort zunächst ein Stück ihres Repertoires, bevor sie die Melodie eines alten Kanons aufnehmen. „Wir haben die Ensemble gebeten, eigene Texte zu diesem Kanon zu schreiben“, sagt Olaf Katzer. Fünf verschiedene Versionen, teils in unterschiedlichen Sprachen entstanden. Sie werden zum Abschluss des Festivals zusammen erklingen. „Da wird eine Vielfalt von Sprachen und Dialekten zu hören sein.“ Sehr wahrscheinlich auch Meißner Sächsisch, denn das Publikum darf und soll mitsingen.

Nähere Informationen unter www.meissener-kulturverein.de