Hebamme Marthe lockt Theatergäste auf den Burghof

Als Hebamme Marthe und Ritter Christian werden Luca Lehnert und Michael Berndt-Canáná auf dem Burghof manchen glutvollen Blick tauschen. Das Stück "Das Geheimnis der Hebamme" nach dem Roman von Sabine Ebert hat am 21. Juni seine Meißner Premiere. Foto: König

Die Vorverkauf für die Meißner Burgfestspiele im Juni ist gut angelaufen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Stück um  "Das Geheimnis der Hebamme" ein Publikumsrenner wird.

Die Autorin ist des Lobes voll. „Ich freue mich riesig auf die Vorstellungen“, sagt Sabine Ebert. „Das Stück am Ort des Geschehens erleben zu können, ist wunderbar. Ich finde es auch hervorragend, dass hier so sorgfältig mit der Romanvorlage umgegangen wird.“ Die Rede ist von Eberts Buch „Das Geheimnis der Hebamme“, einem Bestseller der historisch orientierten Literatur, und seiner schauspielerischen Anverwandlung durch das Ensemble der Landesbühnen Sachsen. Hebamme Marthe wird am 21. Juni erstmals die Meißner Theaterbühne betreten: bei den diesjährigen „Burgfestspielen“ auf dem Domplatz.

Die geplanten drei Aufführungen von „Das Geheimnis der Hebamme“ gehören zu den Höhepunkten des 2018er Festspiel-Jahrgangs. Ehrensache, dass Sabine Ebert im Publikum sitzen will, wenn ihre Marthe bei der Besiedlung der Mark Meißen im 13. Jahrhundert diverse Abenteuer erlebt. „Der einzige Haken ist für mich die Terminplanung“, sagt die Schriftstellerin. „Anfang Juli muss ich das Manuskript für mein nächstes Buch fertig haben. Ich weiß, was für ein Stress das in den Tagen vor der Abgabe sein wird.“

Wer wie Sabine Ebert im Juni Marthes Erlebnisse auf dem Domplatz mitverfolgen will, muss sich beim Kartenkauf sputen. „Der Vorverkauf läuft sehr gut“, sagt Meißens Theater-Chefin Ann-Kathrin Böhme. Als Chef-Organisatorin der Burgfestspiele weiß Böhme um die Zugkraft des „Hebammen“-Stücks. „Für jede der drei Aufführungen haben wir schon 250 bis 300 Karten verkauft – und das, obwohl wir erst jetzt mit der Werbung richtig beginnen.“

Die Meißner „Neuen Burgfestspiele“ setzen in ihrem vierten Jahr noch stärker als bisher auf bekannte Namen und publikumsträchtiges Theater. Mit Kammerspiel und kleiner Form lassen sich 750 Zuschauerplätze nicht sieben Abende lang füllen. Veranstaltungsstätten sind in diesem Jahr ausschließlich Dom und Burghof. Ausweichvarianten für Regenwetter gibt es nur für wenige Konzerte.

Sollte das Wetter schlecht sein, kann das Eröffnungskonzert am 16. Juni vom Burghof ins Stadttheater verlegt werden. Die Meißner Festspielgemeinschaft hat für den Tag zwei international bekannte Kapellen gebucht. Die Musiker von „Quadro Nuevo“ beglücken Zuhörer von Asien über Europa bis nach Amerika mit ihren Tango- und Flamenco-Stücken. „Harmonic Brass“ steht für starken Blechbläserklang und ist ebenfalls weltweit aktiv. Der Dresdner Kreuzchor dürfte am 24. Juni bei Regen in den Dom umziehen. Ansonsten singen die Kruzianer beim Meißen-Auftritt auf dem Burghof.

Die drei Aufführungen des „Geheimnisses der Hebamme“ (21., 22. und 23. Juni) werden am 21. durch eine Signierstunde mit Sabine Ebert ergänzt. Am 19. und 22. Juni lädt Stadtführerin Walfriede Hartmann zu einem Rundgang auf „Marthes Pfad“ durch Meißen ein. Natürlich hoffe man, dass das „Hebammen“-Stück ein Erfolg für die Meißner Burgfestspiele werde, sagt Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel. Marthe könnte dann zum Festspiel-Dauergast werden, so wie es der Jedermann schon ist.

Hugo von Hofmannsthals gleichnamiges Stück über das Leben und Sterben des reichen Mannes wird nun im dritten Jahr in Meißen zu sehen sein. Die von den Landesbühnen Sachsen herausgebrachte Inszenierung mit Tom Quaas in der Titelrolle sei ein Publikumsmagnet mit stabilen Zuschauerzahlen, so Schöbel. Das hatte man sich auch gewünscht: Markenzeichen der Meißner Burgfestspiele sollen nicht nur ihre einmalige Kulisse, sondern auch markante Inszenierungen sein.

Meißner Burgfestspiele vom 16. bis zum 30. Juni, Programm und Kartenvorverkauf unter www.neue-burgfestspiele-meissen.de