Verein zeigt letzte Ausstellung im Bennohaus

Zur Vernissage von "Wildwechsel" kamen viele Besucher in die Galerie des Kunstvereins im Bennohaus. Weil das aber zuletzt selten der Fall war, will der Verein nun umziehen. Foto: Bahrmann

Meißens Kunstverein präsentiert bis zum 23. Dezember seine Jahresabschluss-Schau. Danach steht ein Umzug an.

Die neue Ausstellung kommt gut an. „Wildwechsel“ zeigt der Meißner Kunstverein in seiner Jahresend-Schau: Bilder und Skulpturen von Fauna und Flora, auch Zeichen des Wilden im Menschlichen. Das Publikum sei sehr angetan, sagen Else Gold und Daniel Bahrmann. „Die Besucherzahlen sind gut und die ersten Bilder schon verkauft.“

Ein Erfolg für den Kunstverein – und dennoch sind die beiden Vereinschefs auch wehmütig. „Wildwechsel“ wird die letzte Ausstellung in der Vereinsgalerie im Bennohaus sein. Nach elf Jahren steht ein Umzug bevor.

Nicht ganz freiwillig, wie Daniel Bahrmann erklärt. „Unsere Räume im Bennohaus waren hervorragende Galerieräume.“ Schlichte weiße Ausstellungskuben – mit einer Besonderheit: Die mächtige historische Holzdecke gab Ausstellungen im Hauptraum stets etwas Besonderes. Die Reminiszenz an die Geschichte des Bennohauses steht in Spannung zu den zeitgenössischen Kunstwerken. Es ist ein starker Kontrast, der Energien freizusetzen scheint. „Das hat man auch in diesem Jahr wieder gesehen“, sagt Bahrmann. „Die Künstler, die bei uns ausstellten, haben auf die Besonderheit unserer Galerie Bezug genommen. Die Ergebnisse waren oft außergewöhnlich.“

In elf Jahren im Bennohaus wurden in der Vereinsgalerie insgesamt über 100 Ausstellungen gezeigt. Dass diese Geschichte nun endet, liege vor allem an äußeren Umständen, die sich nach und nach veränderten. Im Erdgeschoss des Bennohauses ist ein Restaurant ansässig. Das baute sein Angebot über die Jahre aus. Mittlerweile sei der Weg zur Kunstvereins-Galerie im ersten Stock kaum noch zu erkennen, sagt Daniel Bahrmann. Neben den Freisitzen fällt der Zugang zur Kunst nicht mehr auf. „Wir haben es schon mit Hinweisschildern, Wegweisern und Ähnlichem versucht. Doch das wird kaum wahrgenommen.“ Für den Verein wirke sich die schlechtere Erkennbarkeit mit gesunkenen Besucherzahlen aus. „Was nutzen unsere gelungenen Ausstellungen, wenn kaum noch einer den Weg zu unserer Galerie findet?“, fragt Else Gold.

Zeit für einen Umzug, für einen Aufbruch zu neuen Ufern. Das sahen auch die Mitglieder des Meißner Kunstvereins so. Sie beschlossen vor einigen Monaten die Suche nach einem neuen, besser geeigneten Domizil. „Einstimmig“, sagt Else Gold. Nun rückt der Umzug in greifbare Nähe. Ein Wunschquartier ist gefunden – ganz in der Nähe des alten. „Unsere Vorzugsvariante ist der Umzug in das Haus Burgstraße 2“, sagt Daniel Bahrmann. Mit der SEEG, die das Gebäude derzeit restauriert und umbaut, stehe man in Verhandlungen. „Die wichtigste Aufgabe für unseren Verein ist es zurzeit, die Finanzierung der Miete zu klären. Wir sind zuversichtlich, dass uns das gelingt“, so Bahrmann.

Im „Wunschquartier“ Burgstraße 2 würde der Kunstverein Räume im Erdgeschoss nutzen. Mit Schaufenstern zur bekanntesten Flaniermeile Meißens: „Damit hätten wir ganz neue Möglichkeiten, unsere Ausstellungen sichtbar zu machen“, sagt Else Gold. Mit Kunst die Stadt zu beleben, sei ohnehin das erklärte Ziel des Vereins.

Das Ausstellungsprogramm für 2018 habe man zunächst noch für das Bennohaus geplant, so Else Gold. Die Schauen werden nun voraussichtlich ab Frühjahr am neuen Ort stattfinden. Jahresauftakt sei für den Kunstverein der Grafikmarkt in der Albrechtsburg am 10. und 11. März, so Daniel Bahrmann. „Dann könnten wir Ende März unsere erste Ausstellung im neuen Quartier eröffnen.“

Die letzte Vereins-Ausstellung im Bennohaus ist noch bis zum 23. Dezember geöffnet.