Die Welt als Fotografie und Vorstellung

Im Dresdner Kupferstichkabinett macht eine Ausstellung des Fotografen Gregor Schmoll mit künstlerischen Mitteln die Rezeption von Kunst und Welt zum Thema.

„Was kann Fotografie leisten?“ „Was will uns die Ausstellung mitteilen?“ Über diese Fragen mussten die Chefin des Dresdner Kupferstich-Kabinetts, Stephanie Buck, und Kurator Björn Egging schmunzeln. Nun: Was will uns „Wunderblock – Die Welt als Fotografie und Vorstellung“ sagen?

Der 1970 geborene Wiener Fotograf Gregor Schmoll nimmt mit seinen im Kupferstichkabinett gezeigten Bildern Bezug auf eine Dauerausstellung der Dresdner Kunstsammlungen. „Weltsicht und Wissen“ heißt diese, stellt Naturobjekte und Artefakte in der Art der früheren Kunstkammer der sächsischen Kurfürsten zusammen und greift dabei ein Anliegen damaliger Kunstbetrachtung auf. Wie lässt sich an einem Objekt die Welt im Kleinen zugänglich und verständlich machen?

Fotograf Schmoll geht eine weitere Stufe auf dem Weg des Erkenntnisstrebens. Seine Fotos und Objekte ironisieren aus heutiger Sicht und mit Erkenntnissen der Jetztzeit den Wahrheitswert bekannter Welterklärungsmodelle früherer Jahrhunderte. Mit 200 Karteikarten hat der Künstler einen kleinen Teil der Dresdner Sammlung unter künstlerischen Aspekten inventarisiert. Mit einem regalartigen Schreibtisch platziert Schmoll „ein Objekt“ in die Mitte des Ausstellungsraumes. Ist Wissen für alle zu haben? Wenn ja: Gibt es dafür Spielregeln? In einer wissenschaftlichen Bibliothek gibt es solche „Spielregeln“: die Anmeldung und Akzeptanz der Benutzerordnung, ein bestimmtes Alter der Benutzer….

In Gregor Schmolls Version dienen die fotografischen Bilder weniger dem konkreten Erkenntnisgewinn. Er befasst sich mit der Frage von bildlicher Repräsentation des Themas „Wissen.“ Ob er ansprechende Ab- oder Sinnbilder dazu gefunden hat, darf der Museumsbesucher gern selbst beurteilen.

Bis 18. September