Genossenschaft bringt ersten 17er Wein heraus

Voilá, der neue Wein ist da: Geschäftsführer Lutz Krüger, Kellermeisterin Natalie Weich und Karikaturist Lutz Richter (v.l.) präsentierten den 2017er "Grünschnabel" der Winzergenossenschaft Foto: Grau

Zum zweiten Mal verkauft die Sächsische Winzergenossenschaft Jungwein unter dem Namen "Grünschnabel". Mit dem Jahrgang 2017 ist Sachsens größer Weinproduzent zufrieden.

Die Winzergenossenschaft Meißen hat eine straffe Terminkette. Beginn der Weinlese Anfang September, Ernteabschluss am 8. Oktober, Verkaufsstart für den ersten Wein des Jahrgangs 2017 am 11. November: Nur gut zwei Monate hat es gedauert, bis der neue „Grünschnabel“ an den Start gehen konnte.

„Jung, frech, ein bisschen vorlaut“: So beschreibt Geschäftsführer Lutz Krüger den Wein, der nun bei der Winzergenossenschaft stets die neue Genuss-Saison eröffnen soll. Der erste „Grünschnabel“ war im Herbst 2016 ein überraschend großer Erfolg. „Nach ungefähr zwei Wochen war er ausverkauft“, berichtet Krüger. In diesem Jahr habe man deutlich mehr Flaschen abgefüllt. Für deren Auffallen im Weinregal sorgt das von Karikaturist Lutz Richter gestaltete Etikett.

Kellermeisterin Natalie Weich verrät die genaue Zusammensetzung des „Grünschnabels“ nicht, wohl aber, wie der junge Wein schmecken soll. „Süffig, knackig, mit ein wenig Restsüße. Der ‚Grünschnabel’ schließt geschmacklich an den Federweißer an.“ In diesem Jahr sei er noch ein bisschen besser gelungen als im vergangenen: „Diesmal mischt er exotische Aromen mit denen von heimischen Früchten.“ Natalie Weich spricht von Physalis, goldener Kiwi, Quitte und Marillen.

Andere Weine bekommen im Keller der Winzergenossenschaft noch etwas Zeit zur Reife. Reichlich 1.000 Tonnen Trauben haben die Winzer der Genossenschaft in diesem Jahr geliefert. „Damit kommen wir fast genau an die Erntemenge von 2016 heran“, so Lutz Krüger. „Wir liegen damit auch diesmal leicht über dem langjährigen Durchschnitt.“ Die Qualität der Trauben sei gut gewesen – trotz einiger Witterungsprobleme. „Der Frühling war von Spätfrösten geprägt. Bei der Lese hatten wir dann mit Regen zu kämpfen“, so Krüger.

Nach der Krise durch Funde von Pflanzenschutzmittel-Rückständen ist die Winzergenossenschaft mit ihren Weinen zurück in der Erfolgsspur. Erst vor wenigen Tagen holte sie bei der Bundesweinprämierung drei goldene, sieben silberne und 13 bronzene Preise. Für Qualität bürgten darüber hinaus auch die strengen Wein-Kontrollen, die man nach den Rückstands-Funden eingeführt hatte, sagt Lutz Krüger. In der Winzergenossenschaft wird nun jeder Wein überprüft. Ein Beispiel für die Chancen, die in der Krise stecken: „Wirtschaftlich hängt uns die Geschichte zwar noch nach, doch unsere Winzer schauen nach vorn“, so Krüger. „Das Thema ‚richtiger Pflanzenschutz’ ist noch wichtiger geworden: Dafür hat die Krise unseren Mitgliedern noch einmal die Augen geöffnet.“

Allen Unkenrufen zum Trotz haben die negativen Schlagzeilen dem Interesse am Weinbau keinen Abbruch getan. Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder sei im vergangenen Jahr leicht gestiegen, berichtet Lutz Krüger. Rund 1.500 bewirtschaften aktuell 135 Hektar Rebfläche. Auf vielen Weinbergen seien Neuaufrebungen im Gang. Dabei unterstütze die Winzergenossenschaft ihre Mitglieder.