Deutlich mehr Fahrgäste in den Bussen um Nossen

Von und nach Nossen sitzen deutlich mehr Fahrgäste in den Bussen Foto: VVO/Neumann

Ein neues "Nossener Busnetz" sollte die abgeschafften Zugverbindungen zwischen Meißen, Nossen und Döbeln ersetzen. Der Verkehrsverbund meldet Erfolg.

Vor etwas über einem Jahr, im Dezember 2015, wurde die Regionalbahn-Verbindung Meißen – Nossen – Döbeln eingestellt. Jetzt ziehen der Verkehrsverbund Oberelbe und die beteiligten Verkehrsunternehmen eine erste Bilanz zum Ausbau des Busnetzes in der Nossener Region, mit dem der Verlust der Bahnanbindung ausgeglichen werden sollte.

Sie fällt positiv aus. „Die Fahrgäste nehmen das Angebot erfreulich gut an“, sagt Burkhard Ehlen, der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO). In den ersten zwölf Monaten nach der Einführung hätten über 500.000 Fahrgäste die fünf verstärkten oder neu eingeführten Buslinien genutzt. Von der Meißner Kreisverwaltung heißt es, dass das verstärkte Busnetz nicht nur von den ehemaligen Bahnfahrern angenommen werde. An den Nutzungszahlen lasse sich ablesen, dass darüber hinaus auch neue Fahrgäste gewonnen wurden. Verglichen mit dem Vorjahr stiegen die Nutzerzahlen in den Bussen um 115.500 oder rund 29 Prozent. Die ersetzte Bahnlinie wurde von rund 70.000 Fahrgästen genutzt. Kreisverwaltungs-Dezernent Andreas Herr: „Mit dem Bus können wir die dünn besiedelte Region besser erschließen.“

Mit dem Wegfall der Bahnverbindung konnte der VVO Geld sparen. Sein Zuschuss für den Nahverkehr in der Region sank um die Hälfte auf 0,74 Millionen Euro. Dafür wurde das Fahrplanangebot wurde auf 412.000 Kilometer pro Jahr verdreifacht.

Vor allem bei drei Buslinien, die in Nossen miteinander verknüpft sind und die Stadt im Stundentakt mit Döbeln, Dresden und Meißen verbinden, wurden deutlich mehr Fahrgäste gezählt. Die Linie 418 Nossen – Meißen hatte 2016 über 30 Prozent mehr Mitfahrer als im Jahr zuvor. Die Buslinie 750 Döbeln – Freiberg hat mit der Umstellung in Döbeln und Nossen verbesserte Anschlüsse bekommen. Zwischen diesen beiden Städten habe es einen durchschnittlichen Anstieg der Fahrgastzahlen um über 90 Prozent gegeben, heißt es vom VVO. Die mit der Umstellung verlängerte Linie 416 von Meißen über Lommatzsch nach Döbeln habe ebenfalls neue Fahrgäste gewonnen. Im Dezember 2016 wurde dort das Angebot weiter verbessert: Vor- und nachmittags gibt es nun alle zwei Stunden eine Fahrt auf der gesamten Strecke. Für die „416“ wird ein Anstieg der Fahrgastzahlen um 19 Prozent gemeldet.

Trotz des Fahrgastzuwachses im Busnetz gibt es immer wieder Forderungen, neuen Personenverkehr auf der Bahnstrecke durchs Triebischtal einzurichten. Mehr Haltestellen, dichterer Takt und eine bessere Anbindung nach Dresden könnten Personenzüge durchaus attraktiver machen, so die Befürworter. Die Verkehrsverbünde lehnen dieses Ansinnen mit dem Hinweis auf hohe Kosten ab. Für den Güterverkehr ist die Strecke nach wie vor in Betrieb. Betreiber ist die Nossen-Riesaer Eisenbahncomapgnie (NRE).